Montag, 08 Februar 2016 Der Weg des Zuckers

Der Weg des Zuckers

Viele Nahrungsmittel enthalten Energie spendenden Zucker

Ein helles Brötchen mit Marmelade oder Nugatcreme zum Frühstück bringt nicht nur Morgenmuffeln gute Laune. Hinter dieser Wirkung verbirgt sich der schnelle Einfluss von Zucker auf den menschlichen Körper. Das kohlehydratreiche Brötchen besteht aus Zuckerverbindungen, die nach einem sehr kurzen Zerlegungsprozess als Energielieferant dienen und den Blutzuckerspiegel wieder nach oben bringen. Welche wichtigen, teilweise komplizierten Wirkungszusammenhänge dabei im menschlichen Körper ab dem Biss ins Brötchen eine Rolle spielen, ist vielen Menschen nicht bekannt. Ein erhöhtes Interesse zeigt sich jedoch oftmals, wenn der richtige Umgang mit Zucker im Rahmen der Ernährung eine höhere Bedeutung erhält. Die häufigsten Gründe hierfür sind Vorsätze zur Reduzierung des Körpergewichts oder Reaktionen auf zuckerbedingte Erkrankungen. Zucker ist Bestandteil vieler Nahrungsmittel. Dabei ist ein hoher Zuckeranteil nicht immer erkennbar oder bekannt. Zuckerhaltige Nahrungsmittel sind unter anderem:

  • Wurst
  • Ketchup
  • Cornflakes
  • Fruchtsaft
  • Müsli
  • Fruchtjoghurt
  • Eistee

Energielieferant Zucker

Nach dem ersten Biss in das begehrte Bötchen wird das abgebissene Teil im Mund mit den Zähnen zerkleinert und mit Speichel vermischt. Durch das Runterschlucken rutscht der Speisebrei die Speiseröhre hinunter in den Magen. Dort vermischt sich der Brei mit Magensaft und Enzymen. Danach gelangt der Brei in den oberen Dünndarmbereich, den Zwölffingerdarm. Dort erfolgt die Zerlegung des Breis durch die Verdauungssäfte in seine einzelnen Grundbestandteile. Dabei werden die Kohlehydrate in einfache Zuckerbestandteile, Fette in Fettsäuren und Glyzerin und Eiweiße in Aminosäuren umgewandelt. Dadurch wird die Durchlässigkeit der Nährstoffe durch die Darmwand in den Blutkreislauf vorbereitet. Durch die großflächige Schleimhaut des Dünndarms kann der weitere Nährstofftransport über die Blutbahn zunächst bis zur Leber erfolgen. Durch erneute Umwandlung werden dort teilweise die vorhandenen Depots mit Eiweiß, Fett und Glucose gefüllt. Danach erfolgt der Weitertransport verbleibender Nährstoffe durch das Blut zu Organ- und Muskelzellen. Nach der Abgabe der Nährstoffe werden die unverdaulichen Reste des Brötchens über den Dickdarm und Mastdarm unter Entzug von Flüssigkeit als Kot wieder ausgeschieden.

Die Bedeutung von Insulin und Gluckagon

Das in der Bauchspeicheldrüse gebildete Insulin ist ein unverzichtbarer Bestandteil für einen funktionierenden Stoffwechsel und nimmt insofern auch Einfluss auf den Kohlehydrat-Stoffwechsel. Eine Störung der Energiezufuhr zu den Zellen würde einen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge haben. Außerdem könnten sich über eine längere Zeit körperliche Funktionsstörungen entwickeln. Insulin ist auch an der Speicherung von Glukose beteiligt. Die Konzentration von Glukose im Blut wird im Zusammenspiel zweier Hormone geregelt: Insulin und Glukagon. Die Senkung des Blutzuckerspiegels kann ausschließlich durch das Hormon Insulin erfolgen. Bei ansteigendem Blutzuckerspiegel erfolgt die Ausschüttung von Insulin. Der Gegenspieler für die Aufrechterhaltung einer gesunden Blutzuckerspiegelbalance ist das Glukagon, dessen hauptsächliche Funktion die Erhöhung des Blutzuckerspiegels ist. Die Insulinproduktion schwankt bedarfsgerecht im Tagesverlauf. Ein überhöhter Insulinspiegel beeinträchtigt den Prozess der Fettspaltung im Fettgewebe und bewirkt dadurch eine Verlangsamung des Fettabbaus. Ist der Insulinspiegel umgekehrt längere Zeit zu niedrig, kann das entstehende Energiedefizit zum Muskelabbau führen. Bei fehlendem Insulin und einem zu hohen Blutzuckerspiegel können sich über längere Zeit Erkrankungen einstellen.

Die vielseitige Funktion des Glykogenspeichers

Im Glykogenspeicher, auch Glykogendepot genannt, erfolgt die Speicherung des Zuckers im körperlichen Gewebe. Die aus der Ernährung stammenden Glukosemoleküle werden in der Leber und vor allem in der Muskulatur gespeichert. Der Glykogenspeicher gewährleistet bei einem gesunden Menschen die dauerhafte Aufrechterhaltung eines ausgeglichenen Blutzuckerspiegels. Die Aufgaben des in der Leber gespeicherten Glykogens unterscheiden sich von der Funktion des in der Muskulatur angesiedelten Glykogens. Die ständige Aufrechterhaltung der Blutzuckerkonzentration wird durch das Leberglykogen gewährleistet. Dadurch werden vor allem das Gehirn und die Nervenzellen mit Glukose versorgt. Außerdem bewirkt das Leberglykogen eine konstante Körpertemperatur. Das in der Skelettmuskulatur gespeicherte Glykogen dient ausschließlich der Eigenversorgung der Muskulatur.

Die besondere Bedeutung des Glykogenspeichers für den Sport

Besonders bei den Ausdauersportarten kommt dem Glykogenspeicher eine besondere Rolle zu. Die notwendige Energie wird beim Ausdauersport vorrangig aus dem Kohlehydratspeicher gewonnen. Die gefüllten Fettdepots verfügen zwar über eine größere Energiereserve als der Glykogenspeicher. Deutlich ungünstiger ist jedoch der langsamere Energiefluss im Vergleich zum Glykogenabbau. Aufgrund der zu geringen Energiereserve im Glykogenspeicher muss ein Ausdauersportler jedoch unbedingt auch auf den Fettspeicher zugreifen. Vorteilhaft ist es dabei auch, sich möglichst lange im aeroben Bereich bewegen zu können. Im Normalfall erfolgt die Energiegewinnung aus dem Fettspeicher erst nach circa 30 Minuten. Zunächst ist nur eine Gewinnung der Bewegungsenergie durch den Glykogenspeicher möglich. Deshalb erfolgt ein gezieltes Training zur Optimierung des Fettstoffwechsels. Dadurch soll bei einer länger andauernden Belastung, insbesondere bei Wettkämpfen, möglichst spät auf den Fettspeicher zurückgegriffen werden müssen. Durch dieses Grundlagenausdauertraining kann ein deutlich höheres Speichervolumen des Glykogenspeichers erzielt werden. Durch bestimmte Diäten wie die Carbo-Loading- oder Saltin-Diät soll dieses Bestreben noch weiter verbessert werden. Vor dem Wettkampf erfolgt noch ein gezieltes Leeren und Füllen des Glykogenspeichers. Dazu werden Nahrungsmittel mit einem möglichst hohen glykämischen Index verwendet. Wer durch Sport gesund abnehmen möchte, sollte Ausdauersport von mindestens 30 Minuten betreiben, damit der Fettspeicher wieder abschmilzt.

Zucker beeinflusst das Verhalten und Aussehen

Zucker verfügt über die Eigenschaft, eine schnelle Ausschüttung des sogenannten Glückshormons Serotonin zu bewirken. Der Klassiker hierbei ist die Schokolade. Damit wird das körpereigene Belohnungssystem schnell aktiviert. Nach nicht allzu langer Zeit schlägt allerdings das seelische Pendel wieder nach der anderen Seite aus, sodass ein erneutes Verlangen nach Zuckerkonsum entsteht. Der so entstehende seelisch bedingte Heißhunger kann sich auf Dauer wie ein Suchtphänomen darstellen. Depressionen, Unruhe oder Antriebslosigkeit können ebenso quälend wirken wie Schuldgefühle oder schlechte Laune. Fehlt Serotonin entstehen Zuckergelüste. Diese ständigen seelischen Höhen und Tiefen belasten den Alltag und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Diesen Zwang gilt es zu bekämpfen, um das Stimmungsbarometer wieder auf einen besseren Stand zu bringen. Die forschende Selbstbetrachtung von Ursache und Wirkung kann der erste Schritt sein, aus diesem Dilemma herauszukommen, um sich wieder gesund ernähren zu können. Im nächsten Schritt muss eine dauerhafte Umstellung auf eine möglichst ballaststoffreiche ausgewogene Ernährung erfolgen. Dabei sollen die Ballaststoffe das Heißhungergefühl fernhalten. Wer sich wieder gesund ernähren möchte, kann nach persönlichen Vorlieben zahlreiche geeignete Nahrungsmittel auswählen. Empfehlenswert sind unter anderem Vollkornprodukte, Fisch und Gemüse sowie Magerquark und Obst. Zur Reduzierung des Körpergewichts bietet sich auch eine sportliche Tätigkeit an, um die tägliche Bewegung zu erhöhen. Wer gesund abnehmen möchte, muss sich die Auswirkungen des Zuckers im Körper nochmals vor Augen führen und bestimmte Wirkungszusammenhänge berücksichtigen. Unkontrollierbarer Heißhunger bedeutet das Ende jeder Diät. Die Verhinderung des Heißhungers durch ballaststoffreiche Speisen und die Anregung des Stoffwechsels durch bestimmte Nährstoffe führen auf Dauer zwangsläufig zum Abnehmen. Wer wieder gesund leben möchte, sollte außerdem auch öfter mal die Treppe oder das Fahrrad benutzen.

Erkrankungen durch Zucker im Übermaß

Im bundesweiten Jahresdurchschnitt werden etwa 34 Kilogramm Zucker verzehrt. Bei einem deutschen Kind sind es sogar mehr als 50 Kilogramm. Zucker kann im Übermaß genossen zahlreiche Erkrankungen verursachen oder verstärken. Neben den typischen gesundheitlichen Auswirkungen durch ein zuckerbedingtes Übergewicht oder einer Diabeteserkrankung drohen weitere Beschwerden wie:

  • Schwächung des Immunsystems
  • Darmprobleme, Blähungen und Völlegefühl
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Depressionen
  • Haarausfall
  • Hauterkrankungen
  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwäche

Wer wieder gesund leben möchte, kann durch eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen, dass viele dieser zuckerbedingten Erkrankungen und Beschwerden gelindert oder geheilt werden können.

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