Dienstag, 04 August 2015 Anbau von Küchenkräutern – so simple ist es.

Anbau von Küchenkräutern – so simple ist es.

Anbau von Küchenkräutern – so simple ist es.

Immer mehr Menschen wollen sich rundum gesund ernähren. Im Rahmen der ausgewogenen Ernährung wollen sich viele Gesundheitsbewusste selbst mit duftenden und aromatischen Küchenkräutern versorgen.

Der eigene Kräutergarten

Der Anbau der eigenen Gewürzkräuter kann ganz nach Lust und Laune gestaltet werden: in Kästen und Kübeln auf der Terrasse oder auf dem Balkon, als buntes Kräuterbeet im Garten oder über das ganze Jahr in Kräutertöpfen auf der Fensterbank. Dabei haben die Kräutertöpfe den Vorteil, dass kälteempfindliche Pflanzen wie Rosmarin oder Basilikum im Haus geschützt überwintern können. Thymian, Ysop und andere mehrjährige Küchenkräuter können gut in Staudengemeinschaften integriert werden. Als besonders praktisch erweisen sich immer wieder die Kräuterspiralen – hier lassen sich zahlreiche Pflanzen auf relativ kleinem Raum anordnen. Beachtenswert ist, dass schattenverträgliche Vertreter wie Pfefferminze, Petersilie, Liebstöckel oder Kerbel gut auf der Nordseite gedeihen. Für den oberen und trockenen Bereich der Kräuterspirale eignen sich eher die sonnenverliebten Pflanzen wie Majoran, Thymian, Rosmarin und Salbei. Alle typischen Küchenkräuter stehen praktischerweise am besten in Hausnähe.

Jungpflanzen vs. Saatgut

Küchenkräuter sind als Jungpflanzen oder Saatgut erhältlich, so in der Gärtnerei, im renommierten Versandhandel oder auf dem Wochenmarkt. Zudem lassen sich einige Vertreter ganz einfach selbst vermehren: Man kann Samen ernten, Stecklinge schneiden oder die Pflanzen teilen.
Die wärmebedürftigen Kräuter wie beispielsweise Rosmarin und Basilikum zieht man idealerweise im Haus vor; andere vertragen ein Umpflanzen überhaupt nicht. Sie werden deshalb an Ort und Stelle ausgesät.
Selbstverständlich ist alles auch eine Frage der benötigten Mengen und des Preises: Während man manchmal lediglich eine einzige Pflanze benötigt, ist eine Aussaat in der Regel preiswerter als die Anschaffung von Jungpflanzen. Wer sich genauer mit den Ansprüchen seiner Wunschpflanzen beschäftigt, wird schnell zur richtigen Entscheidung kommen.

Tipps zum Pflanzen und Pflegen

Frostbeständige Kräuterpflanzen kann man über das ganze Jahr in Töpfe einpflanzen. Die idealen Jahreszeiten sind allerdings nach wie vor der Frühling und der Herbst. Die Wärme liebenden Kräuter kommen ohne Frostgefahr erst Mitte Mai ins Freie.
Dazu muss das Beet gut vorbereitet werden: Während nährstoffarme Sandböden mit humushaltigem Kompost aufbereitet werden, werden schwere Böden mit Kompost und mit Sand gelockert.
Kompost und anderer organischer Dünger werden im Frühjahr ausgebracht – diese Gabe reicht den meisten Kräutern voll und ganz. Bei Bedarf kann man auch im Anschluss an die Ernte im Sommer flüssig nachdüngen, wobei man auf Fertigpräparate zurückgreifen kann. Besser ist allerdings die Verwendung selbst angesetzter Pflanzenbrühen. Überdüngung ist auch bei Küchenkräutern ungünstig – die Pflanzen treiben zu stark aus und sie sind dann nicht so aromatisch.
Trockenheit akzeptieren die meisten Sonne liebenden Küchenkräuter. Trotzdem sind sie für jede ausreichende Versorgung mit Wasser dankbar. Weil sie nicht über ausreichenden Nachschub aus dem Boden verfügen können, gilt dies besonders für die Topfpflanzen. Kräuter in Töpfen sollten im Übrigen alle vier Wochen im Sommer mit flüssigem Dünger versorgt werden.
Die Bodendecke eines Kräuterbeets wird von einer Mulchschicht vor Unkrautbewuchs und Austrocknung geschützt.
In der Mitte des Herbstes können ausladende Kräuter in Form geschnitten werden - der reguläre Rückschnitt erfolgt allerdings stets im Frühling.

Der Pflanzenschutz

Optimale Kulturbedingungen und dabei zuallererst der richtige Standort bilden die besten Voraussetzungen, einem Befall der Kräuterkultur mit Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen.
Verschiedene Insekten werden allein schon durch den intensiven Duft vieler Kräuter abgewehrt. Tauchen Insekten dennoch auf, eignen sich meist umweltschonende Methoden wie das Absammeln der Insekten, das Herausschneiden befallener Stellen, das Aufstellen von Fallen und die Verwendung von Pflanzenbrühen.
Bei einem übermäßigen Schädlingsbefall sollte stets auf Präparate zurückgegriffen werden, die für Nützlinge ungefährlich sind. Dazu zählen beispielsweise Mittel auf Niembaum- oder Kaliseifenbasis.

Bewährte Pflanzenschutzmittel

  • Ackerschachtelhalm-Brühe gegen Rost, Schorf und Mehltau:
    30 g getrocknetes oder 300 g frisches Kraut werden für die Dauer eines Tages in etwa 10 Liter Wasser eingeweicht. Daran anschließend wird die Brühe eine halbe Stunde lang aufgekocht. Ist die Flüssigkeit wieder abgekühlt, kann sie abgeseiht werden. Bitte im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnen und vormittags ausbringen.
    Die Brühe kann auch mit Rainfarn angesetzt werden.
  • Rainfarn-Tee, wirksam gegen Spinnmilben und Blattläuse:
    30 g getrocknete oder 300 g frische Pflanzen werden mit 10 Liter kochendem Wasser überbrüht. Dann muss der Tee etwa eine Viertelstunde ziehen. Danach wird er abgesiebt. Nach der Abkühlung wird das Präparat mit Wasser im Verhältnis 1:3 verdünnt.
  • Brennnessel-Jauche, wirksam gegen Blattlausbefall:
    200 g getrocknetes Brennnesselkraut oder 1 kg frisches Kraut wird mit 10 Liter Wasser angesetzt. Der Ansatz muss dann 14 Tage gären, dabei wird er täglich umgerührt. Die Jauche wird zum Gießen im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt, um sie zum Spritzen zu verwenden im Verhältnis 1:20.
    Aus Brennnesselkraut kann auch ein Kaltwasserauszug hergestellt werden: Er wird genauso angesetzt, allerdings vergärt er nicht. Der Kaltwasserauszug kann nach zwei Tagen unverdünnt zum Spritzen verwendet werden.

Die Mischkultur

Im Garten haben die Pflanzen sowohl an ihren Standort als auch an ihre Nachbarn unterschiedliche Ansprüche. Positiv als auch negativ beeinflussen sie sich durch ihre Wurzelausscheidungen und besonders durch ihre unterschiedlichen Düfte:

  • Lauchgewächse harmonieren mit Petersilie und Bohnen, beim Salat stehen sie nicht gern.
  • Lavendel sind für Rosen ein Schutz gegen Blattläuse; Bohnenkraut hält die Schwarze Bohnenlaus von den Bohnen fern.
  • Kümmel, Fenchel, Dill und Koriander gedeihen neben Zwiebeln, Möhren und Gurken gut.
  • Thymian, Salbei und Pfefferminze schrecken den Kohlweißling ab
  • Kapuzinerkresse, Meerrettich und Kümmel verbessern Aroma und Geschmack von Kartoffeln.

Wertvolle Kräuter

Das schöne Aroma der Küchenkräuter beruht hauptsächlich auf der Kombination vieler natürlicher Inhaltsstoffe. Sie sind in den unterschiedlichen Pflanzenteilen zu finden, hauptsächlich in den Blüten, Blättern, Wurzeln, Zwiebeln, Samen und Früchten. Zudem enthalten Küchenkräuter wasserlösliche Gerbstoffe, die desinfizieren und eine besonders wohltuende Wirkung auf die Schleimhäute entfalten. Weiterhin sind viele Vitamine und Mineralstoffe sowie entzündungshemmende Schleimstoffe enthalten.
Leicht flüchtige ätherische Öle sind allerdings die wichtigsten Inhaltsstoffe. Diese Komponenten verleihen den Pflanzen ihre ganz eigenen Aromen.

Wirkstoffe, Aromen und Würzkraft bewahren

Blüten, Blätter und krautige Teile der Küchenkräuter werden am besten am zeitigen Vormittag geschnitten, gleich wenn die Kräuterpflanzen abgetrocknet sind. Ihr Gehalt an hochwertigen und aromatischen Inhaltsstoffen ist nach schönen, sonnigen Tagen besonders hoch. Vor der Blüte erntet man am besten die Blätter, weil sie dann besonders zart sind. Beim Schneiden sollte man das Herz der Kräuterpflanze nicht verletzen, dann kann die Pflanze schnell wieder neu austreiben. Auch reife Samenstände erntet man morgens, noch bevor die Samen ausfallen. Die Ernte der Wurzeln erfolgt meist im zeitigen Frühling oder im Herbst.

  • Küchenkräuter sind frisch verarbeitet am aromatischsten. Wichtig ist es, sie schön fein klein zu schneiden

Zahlreiche Küchenkräuter lassen sich auf verschiedene Art und Weise schonend konservieren. Um selbst im Winter mit Küchenkräutern aus eigener Ernte gut versorgt zu sein, gibt es diverse Möglichkeiten:

  • Einfrieren:
    Küchenkräuter wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie oder Thymian behalten auch tiefgefroren ihr wunderbares Aroma. Plastikdosen und Folienbeutel eignen sich gut.
  • Trocknen:
    Samenstände und abgeschnittene Stiele werden zunächst kräftig ausgeschüttelt, um kleine, versteckte Insekten zu entfernen. Anschließend werden sie gebündelt. Die Bündel hängt man über Kopf an einem schattigen, luftigen und trockenen Ort auf, sie können auch auf Rosten ausgelegt werden. Unter den aufgehängten Samenständen werden zur Sicherheit noch Küchenkrepp oder Baumwolltücher ausgebreitet.
    Wurzeln werden nach dem gründlichen Auswaschen gut trocken gerieben, bevor man sie dem Kraut ähnlich zum schonenden Trocknen aufhängt. Große Wurzelstücke können geteilt und geviertelt werden, denn die Teilstücke trocknen schneller.
    Wer den Trocknungsvorgang beschleunigen will, kann die Pflanzenteile im häuslichen Backofen vorsichtig nachtrocknen. Allerdings verflüchtigen sich ätherische Öle bei Temperaturen oberhalb von 35 bis 40 °C. Die Samen werden nach der Trocknung noch einmal gesiebt, um sie von der Spreu abzutrennen.
    Nach etwa 4 Tagen sind krautige Pflanzenteile trocken. Sie sollen dann in den Händen rascheln und leicht zerbröseln. Dann können sie ganz nach Bedarf zerkleinert werden. Wie auch die Samen werden die Kräuter entweder in braunen Gläsern oder in geeigneten luftdichten Dosen lichtgeschützt aufbewahrt. Blätter und Blütenteile verfügen meist über die Dauer eines Jahres über ihr Aroma und ihre Würzkraft.
  • Duftsäckchen und Kräuterkissen:
    Küchenkräuter bereichern nicht nur unseren Speisezettel - einige besonders aromatische, getrocknete Küchenkräuter eignen sich ihrer wertvollen ätherischen Öle wegen auch hervorragend zum Befüllen von Duftsäckchen und Kräuterkissen aus Baumwolle oder Leinen. So ist Lavendelduft eine gute Einschlafhilfe.

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