Montag, 31 August 2015 Kohlsuppen-Diät Kohlsuppen-Diät © victoria p. - Fotolia

Was steht eigentlich hinter der Kohlsuppendiät

Was steht eigentlich hinter der Kohlsuppendiät?

Die Kohlsuppendiät: Was verbirgt sich wirklich hinter dem Mythos?

Die Ursprünge der Kohlsuppe sind bis heute nicht restlos geklärt; fest steht lediglich, dass die oft als "magisch" bezeichnete Suppe ihre Anfänge in den USA nahm. Die Idee basiert auf einer simplen, aber genialen Strategie: Für den Verlauf einer Woche soll so viel Kohlsuppe wie nur möglich gegessen werden, der übrige Speiseplan folgt strikten Regeln. Hält man sich an die Vorgaben, so versprechen Verfechter dieser Methode, ist es möglich, bis zu acht Kilogramm Körpergewicht zu verlieren. Doch was ist dran an dieser angeblichen Wunderdiät? BioNavigator wirft einen Blick hinter die Kulissen und erklärt, was es mit der Kohlsuppendiät auf sich hat.

Wie funktioniert die Kohlsuppendiät?

Wie ist ein Gewichtsverlust von bis zu acht Kilogramm innerhalb einer Woche zu erklären? Befürworter der Kohlsuppe sind sich einiger: Die Antwort liegt im Kohl selbst. Kohl ist ein schwer verdauliches Gericht, dass dem Magen wahre Höchstleistungen abverlangt. Um eine Portion Kohl zu verdauen, muss der menschliche Körper hohe Energien aufbringen; findet parallel zum Verzehr von Kohl keine weitere Fettzufuhr statt, so greift der Körper auf seine eigenen Fettreserven zurück. Daher lautet das Credo der Kohlsuppendiät: Je mehr Suppe gegessen wird, desto höher fällt die Fettverbrennung aus - denn Kohl wirkt im Körper als regelrechter Fatburner.

Die Vorteile der Kohlsuppendiät

Die Kohlsuppendiät lässt sich universal anwenden - egal ob Mann oder Frau, ob ein BMI Wert von 25 oder 55 vorliegt: Das Prinzip bleibt stets dasselbe. Darin liegt auch die Stärke der Kohlsuppendiät, denn die Methode ist einfach durchzuführen, alltagstauglich und vergleichsweise kostengünstig. Kohlsuppe kann problemlos im Vorfeld zubereitet und eingefrorenen werden, für unterwegs können sogar kleine Portionen in einer Thermoskanne mitgenommen werden. Die Kohlsuppendiät punktet durch unkomplizierte Anwendbarkeit und eignet sich aus diesem Grund auch hervorragend für Berufstätige oder Menschen, die viel Zeit außer Haus zu bringen.

Die Schattenseiten der Kohlsuppendiät

Prinzipiell sei gegen Kohlsuppe nichts einzuwenden, sagen Experten - denn Kohl ist gesund und liefert eine Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Problematisch wird es nur, wenn die Kohlsuppe über einen längeren Zeitraum als Hauptmahlzeit verzehrt wird. Aus diesem Grund betrachten viele Wissenschaftler die Kohlsuppendiät mit Skepsis; der hohe Gewichtsverlust, der in vielen Fällen durchaus belegt werden konnte, ist mitnichten gesund. Wie bei allen Crashdiäten kommt es zudem nach Beendigung der Kohlsuppendiät zum gefürchteten Jojo-Effekt. Vom ernährungsphysiologischen Standpunkt abgesehen, stellt auch die Diät selbst hohe Anforderungen: Wer hier durchhält, muss schon mit einem starken Willen gesegnet sein. Jede noch so kleine Sünde ist nämlich ein Tabu, der Ernährungsplan folgt strikten Regeln. Ein Restaurantbesuch mit den Kollegen oder die kleine Nascherei zwischendurch gelten als absoluter faux-pas, was besonders dann zum Tragen kommt, wenn der Heißhunger einsetzt. Zwar integreiren moderne Kohlsuppenrezepte schon Obst und Gemüse in ihren Speiseplan, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten, gänzlich gefeit vor Heißhungerattacken ist man dennoch nicht. Hinzu kommt, dass viele Menschen der Kohlsuppe einfach überdrüssig werden: Spätestens nach drei, vier Tagen ist der erste Sättigungspunkt erreicht - jede weitere Schüssel kostet nun immense Überwindung.

Rezeptvariationen der Kohlsuppendiät

Kohlsuppendiät ist nicht gleich Kohlsuppendiät. Auch wenn das Grundprinzip immer gleich bleibt - nämlich: so viel Kohlsuppe zu essen, wie es einem nur möglich ist - , so gibt es doch verschiedenste Variationen der Diät. Allen gemeinsam ist die Maxime, durch das stete Essen von Suppe dem Körper genügend Energie zuzuführen, sodass das quälende Hungergefühl gar nicht erst aufkommen kann.

(a) - Das Originalrezept

Um die Entstehungsgeschichte der Kohlsuppe ranken sich ebenso viele Mythen wie um das originale Rezept. Als gesichert gilt, das die ursprüngliche Kohlsuppendiät mit einem Minimum an Zutaten auskam - exotische Abwandlungen wie etwa die Versionen Bombay, Mallorquinische Kohlsuppe oder Dreikohlsuppe waren zum damaligen Zeitpunkt völlig unbekannt. Wer sich einmal an der ursprünglichen Kohlsuppendiät versuchen möchte, kann dies mit folgendem Rezept tun: Zutaten für eine Person

  • 1 Kopf Weisskohl
  • 2 große Paprikaschoten
  • 1 kg Karotten
  • 6 große Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Stangensellerie
  • 1 Dose geschälte Tomaten
  • 1 TL Gemüsebrühe
  • optional: ein wenig Kümmel und / oder Pfeffer, um den Geschmack zu verfeinern

Die Zubereitung ist einfach, unkompliziert und gelingt unter Garantie. Das Gemüse gründlich putzen, anschließend in mundgerechte Stücke schneiden und mit Wasser bedeckt aufkochen. Langsam die Hitze reduzieren und die Gemüsestücke gar kochen. Die Suppe kann nach Belieben mit Kümmel und Pfeffer gewürzt werden, allerdings sollte auf Salz bei Möglichkeit komplett verzichtet werden. Entsprechend den originalen Vorgaben, wird die Kohlsuppe an sieben aufeinanderfolgende Tagen gegessen. In diesem Zeitraum darf und sollte so viel Suppe wie möglich gegessen werden, idealerweise über den gesamten Tag verteilt. Welche anderen Lebensmittel noch genossen werden dürfen, ist strikt geregelt:
Tag 1 Erlaubt sind alle Sorten von Obst, ausgenommen Bananen.
Tag 2 Obst ist nun verboten, erlaubt hingegen ist rohes, frisches oder Dosengemüse. Idealerweise sollte das Gemüse über den Tag verteilt gegessen werden. Das Abendessen besteht aus einer gebackene Kartoffel mit Margarine (keine Butter verwenden!).
Tag 3 Über den Tag verteilt sollten drei Bananen gegessen und rund 250 ml fettarme Milch getrunken werden. Für gewöhnlich ist der Suppenvorrat spätestens am dritten Tag erschöpft - denken Sie daran, rechtzeitig einen neuen Topf Suppe zu kochen.
Tag 4 Am vierten Tag darf so viel Obst und Gemüse genossen werden, wie man möchte.
Tag 5 über den fünften Tag hinweg sollten 500 Gramm mageres Fleisch konsumiert werden; empfohlen werden Hühnchen ohne Haut, Pute oder auch ein Steak. Zusätzlich entweder sechs große, frische Tomate oder eine Dose eingelegter Tomaten zu sich nehmen.
Tag 6 Am sechsten Tag darf so viel Fleisch und Gemüse genossen werden, wie man möchte. Wichtig ist, dass das Fleisch möglichst fettarm ist (siehe Tag 5).
Tag 7 Am letzten Tag der Kohlsuppendiät kann nach Belieben Gemüse, Obst und Vollkornreis gegessen werden.
Anmerkung: Um etwaigen Blähungen entgegenzuwirken, hilft es, eine großzügige Menge Kümmel in die Suppe zu geben. Auch bewährt haben sich spezielle Blähungstees aus dem Reformhaus - beispielsweise Fencheltee, Kamillentee oder Kümmeltee.
Während der gesamten Diät kann nach Belieben ungesüßter Tee und Wasser getrunken werden. Kaffee sollte nur in Maßen - und wenn, dann unbedingt ohne Zucker - genossen werden. Alkohol ist in jedem Fall tabu.
Die Kohlsuppendiät wird immer in einem Zyklus von sieben aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Wenn Sie die Diät wiederholen möchten, achten Sie bitte darauf, dass zwischen zwei Diäten immer mindestens sieben Tage Pause liegen.

(b) Die asiatische Version: Kohlsuppe Bombay

Für etwas Abwechslung sorgt diese Variante der Kohlsuppendiät, die von ihrem fernöstlichem Einschlag profitiert.
Zutaten

  • 500 Gramm Weißkohl
  • 300 Gramm Blumenkohl
  • 170 Gramm Karotten
  • 300 Gramm Tomaten
  • 200 ml pürierte Tomaten
  • 2 große Paprikaschoten
  • 1 Bund Staudensellerie
  • 150 Gramm Zwiebeln
  • 150 Gramm Lauch
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 2 EL Olivenöl
  • 1,5 Liter Wasser
  • 2 Würfel Gemüsebrühe
  • 1 EL Kümmelpulver
  • 1 EL gelbes Currypulver
  • 1 EL zerstoßener Koriander
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 kleine getrocknete Chilischoten
  • 1 Stange Zitronengras
  • 1 Spritzer Sojasauce

Die Zubereitung erfolgt analog zum ursprünglichen Rezept: Das Gemüse putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. In einem Topf Zwiebeln und Lauch mitsamt dem Olivenöl anschwitzen, mit Curry, Kümmel und Knoblauch würzen. Kurz aufkochen, dann leicht köcheln lassen. Das übrige Gemüse sowie die pürierten Tomaten hinzufügen und mit Wasser aufgießen. Koriander, Ingwer, Lorbeerblätter, Chilischoten, Zitronengras und Brühwürfel hinzufügen. Bei geringer Temperatur kochen lassen, bis das Gemüse gar ist. Mit einem Spritzer Sojasauce abschmecken.

(c) Die Mallorquinische Variante

An das Originalrezept angelehnt, aber durch die Verwendung von Brot auch etwas gehaltvoller. Die Mallorquinische Variante eignet sich daher weniger als Diät, sondern mehr als Beitrag zur ausgewogenen Ernährung.
Zutaten

  • 1 Liter Gemüse- oder Fleischbrühe
  • 1 mittlerer Weißkohl
  • 400 Gramm Mischbrot
  • 2 Paprikaschoten
  • 2 Tomaten
  • 2 Zwiebeln
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 100 ml Olivenöl
  • 2 EL Petersilie
  • 1 TL Paprikapulver
  • optional: Salz und Pfeffer zum Würzen

Das Brot in einige Millimeter dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben im heißen Olivenöl anbraten, herausnehmen und beiseite stellen. Weißkohl, Zwiebeln, enthäutete Tomaten, Paprika und Knoblauch in kleine Würfel schneiden. Das Gemüse im gleichen Öl für einige Minuten dünsten lassen, anschließend Salz, Pfeffer, Petersilie und Paprikapulver hinzufügen. Zwischenzeitlich die Gemüse- bzw. Fleischbrühe zum Kochen bringen; das Gemüse mit der Brühe übergießen und für zehn Minuten weiterkochen lassen. Abschließend das gebratene Brot hinzufügen und die Suppe bei geschlossenem Deckel so lange köcheln lassen, bis die Flüssigkeit deutlich reduziert ist.

(d) Die Dreikohlsuppe

Eine besonders leckere und gesunde Version mit drei verschiedenen Kohlarten.
Zutaten

  • 1,5 Liter Gemüsebrühe
  • 300 Gramm Grünkohl
  • 300 Gramm Blumenkohl
  • 300 Gramm Brokkoli
  • 3 große Karotten
  • 200 Gramm grüne Bohnen
  • 6 Kartoffeln
  • 3 Zwiebeln
  • 3 EL fettreduzierter Kräuterfrischkäse
  • jeweils eine Prise Salz, Cayennepfeffer und Paprikapulver

Die Kartoffeln und Karotten würfeln, bei hoher Hitze scharf anbraten und mit ein wenig Salz, Cayennepfeffer und Paprikapulver würzen. Den Zwiebel, die grünen Bohnen sowie den in Röschen geteilten Brokkoli bzw. Blumenkohl hinzufügen. Das Gemüse mit der Brühe auffüllen und zwanzig Minuten lang auf niedriger Stufe kochen lassen. Während der letzten fünf Minuten den Grünkohl mit köcheln lassen, anschließend den Grünkohl mitsamt einem Drittel der Suppe abschöpfen. Den Kräuterfrischkäse hinzufügen und das Ganze mittels Pürierstab zu eine homogenen Masse verarbeiten. Das Pürre abschließend in den Kochtopf geben und nochmals für fünf Minuten köcheln lassen, bei Bedarf nochmals mit Cayennepfeffer und Paprikapulver abschmecken.

Fazit

Für die Kohlsuppe gilt, was auch für andere Crashdiäten gilt: Eine gesunde, langfristige Gewichtsabnahme wird auf diesem Wege kaum gelingen. Crashdiäten eignen sich, wenn überhaupt, nur zur Abnahme von zwei, höchstens drei Kilogramm - wer jedoch ernsthaft daran interessiert ist, auf gesundem Weg abzunehmen, sollte sich lieber anderen Methoden zuwenden. Viel Sport und eine ausgewogene, gesunde Ernährung sind immer noch der Schlüssel zu erfolgreicher Gewichtsreduktion ohne Jojo-Effekt.

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