Montag, 09 November 2015 Das Oktoberfest, der Alkohol und der Kater

Das Oktoberfest, der Alkohol und der Kater

Alkohol ist eine der weltweit am meisten konsumierten Drogen. Jährlich trinken Deutsche durchschnittlich 11,8 Liter reinen Alkohol. Damit ließen sich insgesamt 500 Bierflaschen füllen. Besonders heikel wird es zu bestimmten Jahreszeiten und Festen- zum Beispiel auf dem Oktoberfest. 2015 nahmen die 5,9 Millionen Besucher 7,3 Millionen Mass Bier zu sich. Damit hat sich die Menge im Vergleich zum letzten Jahr reduziert. Dennoch sollte der Konsum von Alkohol aus gesundheitlichen Gründen überdacht werden. Die regelmäßige Aufnahme kann verschiedene Schädigungen herbeiführen und darüber hinaus auch der Grund für eine mangelnde Gewichtsabnahme sein. Wird Wert auf eine ausgewogene Ernährung gelegt, empfiehlt sich ein nur geringer Alkoholkonsum.

Alkohol: Schäden für die Gesundheit

Für manche gilt der Wein oder das Bier einfach zum Alltag dazu, andere hingegen verweigern jeden Tropfen vehement. Letztendlich können gesundheitliche Bedenken trotz reger Diskussionen nicht aus der Welt geschaffen werden: Experten gehen davon aus, dass in jedem Glas ein Restrisiko steckt, welches verschiedene gesundheitliche Beschwerden hervorrufen kann. Damit lässt sich nicht sagen, wie viel Alkohol unbedenklich ist und wo die gefährliche Grenze liegt. Welche Störungen aufgrund von Alkohol auftreten, soll im Folgenden erklärt werden.

1. Leberschäden

Die Leber kümmert sich um den Abbau zahlreicher Substanzen. Insgesamt passieren täglich etwa 2000 Liter Blut das Organ, welches die Flüssigkeit untersucht und bei Bedarf reinigt. Dementsprechend können Schadstoffe, die im Blut enthalten sind, die Strukturen schädigen, sind die Zellen diesen schutzlos ausgeliefert. Alkohol wird zum größten Teil über die Leber abgebaut. Dafür kommen verschiedene Proteine zum Einsatz, so genannte Enzyme. Den Enzymen gelingt es, Ethanol, welches auch als Zellgift bekannt ist, in seine Bestandteile zu zerlegen. Am Ende des Prozesses entstehen Essigsäure und Kohlendioxid. Beide gelten als gesundheitlich unbedenklich. Während des Abbaus wird jedoch eine Substanz hergestellt, die noch schädlicher ist als der aufgenommene Alkohol. Es handelt sich um Acetaldehyd. Bei einem täglichen Konsum von 40 Gramm Alkohol gehen viele Experten von langfristigen Schäden im Bereich der Leber aus. Bei Frauen reichen oftmals bereits kleinere Mengen. Die Leber kann sich in Abhängigkeit des Alkohols anpassen und sich zum Beispiel vergrößern, um der Anforderung gewachsen zu sein. Nach einiger Zeit kann das Gift den Rhythmus der Leber jedoch stören. Sie bemüht sich zwar weiterhin, den Alkohol abzubauen, indem sie ihn aufspaltet. Dabei kümmert sie sich jedoch nicht mehr um ihre anderen, lebenserhaltenden Aufgaben. Daraus können verschiedene Beschwerden resultieren, wie eine Fettleber. Diese entsteht, sobald es zu einem Stau von Fettsäuren kommt. Wird kein weiterer Alkohol mehr getrunken, kann sich die Fettleber zurückentwickeln, ansonsten drohen dauerhafte Schäden. Die Zellen sterben ab und es bildet sich Bindegewebe, dass der eigentlichen Funktion der Leber nicht nachkommen kann. Dementsprechend entwickelt sich ein Funktionsverlust des Organs. Zu Beginn lässt sich eine Umkehrung des Prozesses nicht ausschließen, später ist er nicht mehr möglich. Im letzten Stadium wird von einer Leberzirrhose gesprochen. Die mangelnde Arbeit führt zu einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Zurückbleibende Narben stellen eine größere Gefahr für einen Tumor dar.

2. Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Die Bauchspeicheldrüse produziert verschiedene Enzyme und Hormone, die in den Zuckerabbau eingreifen und sensibel auf Alkohol reagieren. Welche Menge zu Beschwerden führt, lässt sich nicht hervorsagen. Spätestens bei einem regelmäßigen Konsum, der sich über eine längere Zeit erstreckt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Bauchspeicheldrüsenentzündung jedoch hoch. Auf medizinischer Ebene wird von einer Pankreatitis gesprochen. Die Entzündung macht sich in Form von Schüben bemerkbar, die immer zurückkehren und dabei das empfindliche Gewebe des Organs nach und nach zerstören. Die Erkrankung verläuft in langsamen Schritten, äußert sich jedoch später durch schwerwiegende Symptome. Das Organ produziert immer weniger Enzyme, wodurch die Verdauung maßgeblich gestört ist. Nährstoffe können nur noch unzureichend aufgenommen werden und die Haut nimmt eventuell einen gelben Farbton an. Darüber hinaus greift die Entzündung jene Zellen an, welche sich um die Insulinproduktion kümmern. Werden diese zerstört, entsteht Diabetes.

3. Krebs

Abhängig von dem individuellen Alkoholkonsum steigt auch das Risiko, an Krebs zu erkranken. Die Flüssigkeit hinterlässt auf ihrem Weg Spuren im Bereich von Mund, Kehlkopf, Rachen und Speiseröhre. Auf diese Weise können Substanzen, welche die Entstehung von Krebs begünstigen, in das Gewebe eindringen. Die Leber ist gleichzeitig damit beschäftigt, den Alkohol abzubauen. Dementsprechend können mehr Giftstoffe im Blut gefunden werden, die damit auch durch den Organismus zirkulieren. Vor allem Leber- und Bauchspeichelkrebs gehören zu den klassischen Folgen des Alkohols. Beide Erkrankungen entwickeln sich insbesondere aus einer Leberzirrhose beziehungsweise Bauchspeicheldrüsenentzündung. Studien konnten zudem Hinweise zu einer Korrelation zwischen Alkohol sowie Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Enddarmkrebs finden. Ein Alkoholwert von 0,5 bis 2,0 kann schon das Erbgut der Zellen schädigen, die sich in der Darmschleimhaut befinden. In der weiteren Vermehrung und Erneuerung des Gewebes können Zellen entarten und sich zu Krebs entwickeln.

4. Nervenschäden

Nicht umsonst gilt Alkohol als Nervengift. Es kann Neuronen absterben und das Gehirn schrumpfen lassen. Daraus resultieren weitere Beschwerden: Eine abnehmende Konzentrationsfähigkeit, eine Veränderung von Gefühlsleben und Kritik sowie der Nachlass des Gehirns. Der Abbau des Intellekts kann sich bis zum Eintreten einer Demenz erstrecken. Aufgrund des Absterbens der Zellen weisen einige Betroffene Gang- und Sprachstörungen auf. Das Wernicke-Korsakow-Syndrom gilt als klassische Spätfolge. Es machen sich Desorientierung, Bewegungsstörung und Gedächtnisverlust bemerkbar. Darüber hinaus betrifft regelmäßiger Alkoholkonsum das periphere Nervensystem. Es kommt unter Umständen zu Sensibilitätsstörungen wie einem Kribbeln, Schmerzen und Muskelkrämpfen.

5. Herzschäden

Durch Alkohol steigt der Blutdruck. Dementsprechend können Herzrasen und Herzrhythmusstörungen nicht ausgeschlossen werden. Mediziner bezeichnen die Beschwerden als Holiday Heart, insofern sie nach einem Wochenende auftreten, an dem viel getrunken wurde. Der Name täuscht über die Gefahr hinweg. Im schlimmsten Fall droht der Tod aufgrund einer Herzrhythmusstörung. Jedes Glas Alkohol trägt zu einem höheren Risiko bei, an einer Herzschwäche im fortschreitendem Alter zu leiden. Bei einem zusätzlichen Bluthochdruck kommt es zu einem noch zügigeren Erschlaffen des Herzmuskels. Auf diese Weise büßt das Organ an seiner Pumpfähigkeit ein. Es kann jederzeit versagen.

Der Weg des Alkohols durch den menschlichen Körper

Alkohol kann das Risiko für verschiedene Erkrankungen teilweise stark erhöhen. Es lässt sich nicht sagen, ab welcher Menge die Gefahren drohen. Klar ist jedoch, dass jedes Gramm Alkohol zu einer schlechteren Gesundheit beiträgt. Dementsprechend findet das regelmäßige Bier am Abend keinen Platz im Rahmen einer gesunden Ernährung. Dasselbe gilt für Personen, die abnehmen möchten. Hier ist nicht nur der Kaloriengehalt des Getränks problematisch- weil der Körper nicht dazu in der Lage ist, Alkohol zu speichern, muss er diesen sofort abbauen. Auf diese Weise wird der Stoffwechsel außer Gefecht gesetzt und der Fettabbau steht still. Wer abnehmen möchte, sollte also lieber auf regelmäßigen Alkoholkonsum verzichten.

Aufgenommen wird Alkohol meistens über ein Getränk. In Saucen oder anderen Speisen verdampft der Alkoholanteil in der Regel während des Kochens, so dass vor allem der Geschmack verbleibt. Bereits im Magen nimmt der Körper einen Teil des Alkohols auf. Der größte Anteil wird jedoch im Darm verarbeitet. Hier spielt vor allem die Schleimhaut des Organs eine wichtige Rolle. Insbesondere über den Dünndarm gelingen die Moleküle in den Blutkreislauf. Innerhalb von 45 bis 75 Minuten lässt sich das Maximum der Alkoholkonzentration im Blut messen. Es handelt sich um die "Promille", welche sich im Blut befinden. Bei Frauen werden in der Regel bei einer gleichen konsumierten Menge höhere Werte gemessen. Dementsprechend sind diese schneller betrunken als Männer. Dies kann bereits damit zusammenhängen, dass Frauen häufig kleiner sind und weniger Gewicht aufweisen. Generell gilt, dass wenig Masse zu einer schnelleren Betrunkenheit führt als ein größerer Anteil.

Abgebaut wird der Alkohol schließlich in den Schleimhäuten von Magen und Darm sowie in der Leber. Die Leber übernimmt den prozentual größten Anteil. Damit der Rausch verschwindet, durchläuft der Alkohol im Organismus drei verschiedene Stufen. Zunächst verwandelt ein bestimmtes Enzym, Alkoholdehydrogenase (kurz ADH) den Alkohol in Acetaldehyd. Bei Acetaldehyd handelt es sich um einen sehr schädlichen Stoff, der einen großen Teil des körperlichen Verfalls aufgrund von Alkohol zu verantworten hat. Nach der ersten Umwandlung wird aus Acetaldehyd mithilfe von Aldehyddehydrogenase (ALDH) Essigsäure. Essigsäure gilt als weitaus weniger bedenklich für den Körper. Abschließend bildet der Organismus aus Essigsäure Kohlendioxid und Wasser. Beide können auf natürliche Wege ausgeschieden werden. Auf diese Weise baut sich der Alkoholpegel im Blut langsam ab. Experten gehen davon aus, dass Frauen ungefähr 0,13 Promille pro Stunde abbauen, während es bei Männern etwa 0,15 sind. Abhängig von der konsumierten Alkoholmenge nimmt der Prozess dementsprechend unterschiedlich viel Zeit in Anspruch. Er kann nicht beschleunigt werden. Um weder sich selber noch andere Leute in Gefahr zu bringen, ist es wichtig, ausreichend Zeit vor der nächsten Autofahrt einzuplanen. Wer bereits hinter den Lenker klettert, bevor der Körper sämtliche Reste abgebaut hat, riskiert nicht nur, seinen Führerschein zu verlieren. Mit verschiedenen Verfahren kann Restalkohol problemlos im Blut nachgewiesen werden.

Wer am nächsten morgen unter einem Kater leidet und sich mit grummelndem Magen und Kopfschmerzen im Bett herumdreht, weiß, dass er zu viel Alkohol getrunken hat. Ausgelöst werden die Erscheinungen dabei nicht vom Alkohol selber, sondern von einem seiner Abbauprodukte: Dem Acetaldehyd. Das Enzym ALDH bemüht sich, die Schäden des Acetaldehyd zu kontrollieren und regulieren. Aber nicht jeder Mensch besitzt dieselbe Menge an ALDH. Daraus resultiert eine unterschiedliche Möglichkeit, Alkohol abzubauen und am nächsten Tag mit Kater aufzuwachen. Etwa die Hälfte aller Menschen in Asien verfügt das Enzym ALDH nicht aufgrund einer genetischen Veränderung. Wird dennoch Alkohol konsumiert, machen sich bereits bei sehr kleinen Mengen Beschwerden wie Herzrasen und vermehrtes Schwitzen bemerkbar. Generell verraten einem die Erscheinungen am nächsten morgen, wo die individuellen Grenzen bei der Aufnahme von Alkohol liegen. Diese sollten bestenfalls nicht überschritten werden, wenn es doch mal ein Bier oder ein Glas Wein mehr sein muss.

Wer gesund leben möchte, sollte seinen Alkoholkonsum hinterfragen. Dieser verhindert nicht nur eine gesunde Abnahme, er kann vor allem im weiteren Verlauf zu schwerwiegenden Symptomen führen. Wie schnell die Gefahr in Vergessenheit gerät, welche vom Alkohol ausgeht, wird immer wieder ersichtlich, zum Beispiel an den Zahlen des Oktoberfestes. Hierzulande hat sich Alkohol zu einer Genussdroge entwickelt. Damit widerspricht er sämtlichen Auffassungen einer ausgewogenen Ernährung. Bei Schwierigkeiten, auf das regelmäßige Bier zu verzichten, empfiehlt BioNavigator die Inanspruchnahme einer professionellen Hilfestellung.

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