Montag, 04 Januar 2016 Powergemüse Grünkohl © fudio / Fotolia.com

Powergemüse Grünkohl

Grünkohl ist ein schon seit Jahrtausenden genutztes Gemüse. Bei den alten Römern war er sehr beliebt. In der Neuzeit geriet er dann etwas in Vergessenheit. Grünkohl, der in manchen Gegenden auch Braunkohl oder Krauskohl genannt wird, war in der neueren Vergangenheit ein nur regional geschätztes Gemüse, das mit fetter Hausmannskost in Zusammenhang gebracht wurde. Das hat sich radikal geändert. Mittlerweile hat man erkannt, dass Grünkohl ein sehr wertvolles Gemüse ist. Heute wird es von vielen Menschen weltweit, auch Prominenten, die gesund abnehmen wollen, als Powergemüse betrachtet.

Gesund leben mit Grünkohl

Eine ausgewogene Ernährung enthält immer auch reichlich Gemüse. Aber warum sollten Sie ausgerechnet Grünkohl essen? Grünkohl hat wenig Kalorien, enthält aber viel Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Dass traditionelle Grünkohlgerichte als Kalorienbomben gelten, liegt also nicht am Grünkohl, sondern an fetten Würstchen und Soßen, die dazu gereicht werden. Ganz im Gegenteil: Die Ballaststoffe, die im Grünkohl enthalten sind, sorgen für ein lang anhaltendes Sättigungsgefühl, während man nur wenige Kalorien zu sich genommen hat. Das ist wichtig für alle, die gesund abnehmen wollen. Aber darüber hinaus hilft Grünkohl beim gesund leben. Dies liegt an seinen vielen wertvollen Inhaltsstoffen, die Bionavigator hier etwas näher betrachtet.

Eiweiß

Das im Grünkohl enthaltene Eiweiß ist gerade für Vegetarier und Veganer sehr wertvoll, da sie ja kein tierisches Eiweiß zu sich nehmen.

Vitamine

Für alle ist der hohe Vitamin C Gehalt des Grünkohls gerade im Winter sehr wichtig. 100 g Grünkohl enthalten mehr als 100 mg Vitamin C, was die empfohlene Tagesdosis ist. Zum Vergleich: 100 g Orange enthalten nur 50 mg Vitamin C. Dieses Vitamin stärkt das Immunsystem, fängt freie Radikale ab, hilft bei der Bekämpfung von Entzündungen und erneuert das Collagen der Haut und führt so zu einem frischeren, jüngeren Aussehen. Außerdem ist Grünkohl reich an Vitamin E und Vitamin A. Vitamin E ist als Radikalenfänger wichtig und schützt die Zellen vor vorzeitiger Alterung. Vitamin A schützt Haut und Augen.

Kalzium

Darüber hinaus ist in Grünkohl sehr viel Kalzium enthalten. 100 g Grünkohl enthalten 230 mg Kalzium. Das ist doppelt so viel, wie in Vollmilch vorhanden ist. Kalzium ist für den Aufbau der Knochen und Zähne sowie die Herz- und Muskeltätigkeit wichtig.

Mangan

Mangan ist ein Spurenelement, das zur Synthese von Fettsäuren erforderlich ist. Diese werden zur Produktion von Geschlechtshormonen und für das Nervensystem benötigt. Mangan kurbelt auch die Umwandlung der Energie aus Kohlehydraten und Proteinen an. Damit ist Mangan ein Fettburner und hilft beim gesund abnehmen.

Kalium

Kalium ist ein Elektrolyt, der für die Gesundheit sehr wertvoll ist. Ein Kaliummangel begünstigt Bluthochdruck und damit Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Indol-3-Carbinol

Indol-3-Carbinol ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der die Leber dazu veranlasst weniger von einem Transportstoff auszuschütten, der das schlechte Cholesterin (LDL) in Blutgefäße und Gewebe transportiert. Außerdem reduziert es Xenoöstrogen, das für das hartnäckige Baufett verantwortlich ist.

Organoschwefelverbindungen

Den im Grünkohl enthaltenen Organoschwefelverbindungen wird eine Wirkung gegen verschiedene Krebsarten nachgesagt. Durch den Genuss von Grünkohl sollen in der Leber Enzyme freigesetzt werden, die Tumore beispielsweise bei Brust-, Darm- oder Magenkrebs, angreifen. Diese Organoschwefelverbindungen sind hitzeempfindlich. Daher sollte der Grünkohl roh genossen werden, um in den Genuss dieser Stoffe zu kommen.

Fettverbrennung zur Gewichtsreduktion

Eine Reihe, der im Grünkohl enthaltenen Stoffe kurbelt die Fettverbrennung im Körper an. Vitamin C erhöht die Produktion von Noradrenalin, das aus den Fettzellen das Fett löst. Das Magnesium hilft bei der Fettverbrennung in den Muskeln. Die Ballaststoffe reduzieren das Hungergefühl.

Wie schmeckt Grünkohl?

Der Geschmack dieses Kohls ist eine Kombination aus herb-würzig und mild-süßlich. Am besten schmeckt der Grünkohl, wenn er nach dem ersten Frost geerntet wurde. Durch den Frost wird ein Teil der im Kohl enthaltenen Stärke in Zucker umgewandelt. Er schmeckt dann also süßlicher. Diese Umwandlung erfolgt auch beim Tieffrieren des Kohls.

Was man bei der Nutzung von Grünkohl beachten sollte:

Man kann Grünkohl frisch, als Konserve oder tiefgefroren kaufen. Frischen Grünkohl bekommt man von Ende September bis Februar. Beim Einkauf von frischem Grünkohl muss man darauf achten, dass die Blätter des Kohls nicht welk, sondern schön satt grün sind. Grünkohl muss gründlich mehrmals gewaschen werden, weil sich zwischen den krausen Blättern gerne Sand und Erde festsetzen. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich Grünkohl vier bis fünf Tage. Lässt man ihn länger liegen, verliert er einen Teil seines Vitamin C Gehaltes. Grünkohl lässt sich gut einfrieren.

Wie kann man Grünkohl nutzen?

Grünkohl kann als Gemüse gekocht oder als Suppe sowie als Eintopf zubereitet werden. Man kann ihn roh essen oder leicht gedünstet. Beliebt sind heute auch Smoothies aus Grünkohl. Oder wie wäre es mit Grünkohl-Chips? Auch in einen Salat kann Grünkohl integriert werden. Im Internet finden sich zahlreiche Rezepte sowohl für traditionelle als auch für moderne, leichte Grünkohlgerichte. So kann man sich mit Grünkohl abwechslungsreich und gesund ernähren. Bei frischem Grünkohl entfernt man eventuell vorhandene welke Blätter, wäscht die anderen Blätter sehr gründlich und lässt sie dann gut abtropfen. Alle harten Stiele werden entfernt und die Blätter anschließend in schmale Streifen geschnitten. Wollen Sie den Grünkohl einfrieren, sollten Sie ihn ein bis zwei Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren. Auch bei tiefgefrorenem Grünkohl oder solchem aus der Dose sollte man die harten Stiele entfernen.

Ist Grünkohl für jeden gut?

Eine ausgewogene Ernährung ist natürlich für jeden gut. Leider hat der Grünkohl aber einige Inhaltsstoffe, die dazu führen, dass er für bestimmte Personen nicht so gut geeignet ist.

  • Das Vitamin K im Grünkohl erhöht die Blutgerinnungsfähigkeit. Wer Blutverdünner wie Makromar einnehmen muss, darf deshalb nicht zu viel oder zu oft Grünkohl essen. Es kann sonst zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen.
  • Grünkohl enthält relativ viel Purin. Das ist schlecht für alle, die unter Gicht leiden. Sie sollten daher besser nicht zu oft Grünkohl essen.
  • Die Oxalsäure im Grünkohl kann die Bildung von Nieren- und Gallensteinen begünstigen. Wer also eine Veranlagung zur Steinbildung hat, sollte besser auch Grünkohl verzichten.

Anbau des Grünkohls

In Deutschland wird Grünkohl kommerziell hauptsächlich in Niedersachsen, rund um Hamburg und im Gebiet um Braunschweig angebaut. Im Verkauf werden meist die folgenden Sorten angeboten:

  • Halbhoher, grüner Krauser: Er hat sattgrüne gekrauste Blätter und wächst mittelhoch.
  • Dwarf Blue Scotch: Diese Sorte hat blaugrüne, zartere, eher gelockte als gekrauste Blätter.
  • Dwarf Green Curled: Diese Variante hat dunkelgrüne, sehr stark gekrauste Blätter.
  • Roter Krauskohl: Dies ist eine Züchtung, die besonders viele Flavonoide und Carotinoide enthält. Die Blätter sind rotbraun und gekraust.
  • Winterbor: Diese schnellwachsende, winterharte Sorte hat dunkelgrüne oder blaugrüne, stark gekrauste Blätter.

Da Grünkohl im Gegensatz zu anderen Kohlarten in Bezug auf Boden und Düngung nicht sehr anspruchsvoll ist, kann man ihn gut im eigenen Garten anpflanzen. Das ist verlockend, für alle Gartenbesitzer, die sich gesund ernähren wollen und daher auf ungespritztes Gemüse Wert legen. Er ist sehr robust und ertragreich. Grünkohl kann fast das ganze Jahr über geerntet werden und muss daher nicht gelagert werden. Grünkohl wächst auch im Halbschatten. Er braucht keine Düngung und muss nur zweimal im Jahr behackt werden. Er sollte aber nicht in der Nähe von Lauch, Knoblauch oder Zwiebeln gepflanzt werden.

Grünkohl kann entweder in Sommer-Winter-Kultur oder in Herbst-Frühjahrs-Kultur gepflanzt werden. Für die Sommer-Winter-Kultur wird er zwischen Mitte Mai und Mitte Juni in ein Freiland-Anzuchtbeet ausgesät. Im Juli werden die Pflanzen auf einen Abstand von ca. 40 x 50 cm ausgepflanzt. Ab Mitte Oktober und durch den ganzen Winter hindurch kann man die Kohlblätter ernten. Besonders gut schmecken sie nach dem ersten Frost. Zur Ernte entfernt man die Blätter von unten. Besonders zart schmecken die kleinen Blätter. Im März kann man für einen zweiten Austrieb alle Blätter bis auf das Herzblatt abschneiden. Für die Herbst-Frühjahrs-Kultur sät man den Grünkohl im August aus und lässt ihn mit einem Witterungsschutz überwintern. Zeitig im Frühjahr wird er dann ausgepflanzt. Die Ernte kann schon nach einigen Wochen beginnen. Fängt Grünkohl an zu blühen, bricht man die Blüte aus.

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